Im Sommer 2021 hat B.A.U.M. eine Unternehmensbefragung zu aktuellen Entwicklungen und Standards bzgl. Nachhaltigkeitsaspekten in der betrieblichen Mobilität durchgeführt.

Über 160 Unternehmen haben sich an der Befragung beteiligt.

Nachstehend sowie in einem kurzen Artikel (ca. 10 Seiten) sind die wesentlichen Ergebnisse der Unternehmensbefragung zusammengefasst.

Die Ergebnisse der Befragung können Sie sich alternativ anhand einer Präsentation (23 Charts, ca 1,3 MB) ansehen.

Eine ausführliche Analyse der Befragungsergebnisse findet sich in der Masterarbeit (ca. 70 Seiten) von Tobias Evel an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, der diese Befragung für B.A.U.M. e.V. fachlich begleitet hat.

Dienstwagennutzung

Die Umfrage hat gezeigt, dass in ca. 86% der befragten Unternehmen Optionen zur Nutzung eines Dienst- oder Firmenwagens bestehen, wobei sowohl das Modell der Poolnutzung als auch das Modell der individuellen Zuordnung angeführt werden. Umgekehrt ist somit hervorzuheben, dass ausschließlich in 14% der Unternehmen keine Dienstwagen bereitgestellt werden. Häufig sind die Optionen an Leitungs- oder Führungsebenen gebunden und die Dienstwagen dienen als Statussymbol, sodass ein Zusammenhang zwischen Hierarchieebene und Dienstwagennutzung festgestellt werden muss. Sofern Firmen- und Dienstwagen individuell und personenbezogen zugeordnet sind, stehen diese in 92,5% der Fälle auch zur privaten Nutzung zur Verfügung. Die Bereitstellung eines Dienstwagens durch das Unternehmen beeinflusst somit auch in großem Maße die private Mobilität der Mitarbeitenden.

 
Grafik: Modelle der Firmen-/Dienstwagennutzung als Mobilitätsangebote

Modelle der Firmen-/Dienstwagennutzung als Mobilitätsangebote

Grafik: Ermittlung der Gesamtemissionen (CO2) des Fuhrparks (links) & Ermittlung der CO2-Emissionen der Beschäftigten auf dem Arbeitsweg (rechts)

Ermittlung der Gesamtemissionen (CO2) des Fuhrparks (links) & Ermittlung der CO2-Emissionen der Beschäftigten auf dem Arbeitsweg (rechts)

Ermittlung CO2-Emissionen

In ca. zwei Drittel der befragten Unternehmen werden bereits heute die CO2-Gesamtemissionen des Fuhrparks ermittelt. Allerdings finden nur bei ca. 17% der befragten Unternehmen auch die Emissionen, die durch die Arbeitswege verursacht werden, Eingang in die Klima- und Treibhausgasbilanzierungen. An dieser Stelle muss jedoch betont werden, dass auch die Arbeitswege der Mitarbeitenden in die betriebliche Mobilität und in eine umfassende Klimabilanzierung einbezogen werden müssen, um damit das Bewusstsein und das Verantwortungsgefühl der Unternehmen hinsichtlich der Mobilität ihrer Mitarbeitenden zu stärken.

Steuerliche Rahmenbedingungen

Auch die steuerlichen Rahmenbedingungen haben Auswirkungen auf die betriebliche Mobilität. 45 % der Befragten geben an, dass diese unzulänglich bzw. völlig unzulänglich sind, um Anreize und Impulse für eine nachhaltige Verhaltensänderung zu setzen. Weitere 48 % halten die heutigen Steuergesetze in Hinblick auf eine nachhaltige betriebliche Mobilität für nur teilweise zielführend. Gleichzeitig wird den steuerlichen Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Mobilität von 63% der befragten Unternehmen mindestens eine hohe Bedeutung und von 95% mindestens Relevanz zugesprochen. Hierbei handelt es sich somit um ein maßgebliches Element, das in Hinblick auf die Steuerung der Umgestaltung von betrieblicher Mobilität unbedingt berücksichtigt und angepasst werden muss.

 
Grafik: Bedeutung der steuerlichen Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Mobilität im Unternehmen

Bedeutung der steuerlichen Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Mobilität im Unternehmen

Bedeutung Entwicklung nachhaltiger Mobilität in Unternehmen (links) & Motivation der Beschäftigten zu nachhaltiger Mobilität (rechts)

Bedeutung Entwicklung nachhaltiger Mobilität in Unternehmen (links) & Motivation der Beschäftigten zu nachhaltiger Mobilität (rechts)

Bedeutung nachhaltiger Mobilität

86% der Befragten schreiben dem Thema nachhaltige Mobilität in ihren Unternehmen mindestens Relevanz zu und 39% messen der Thematik eine hohe Bedeutung bei. Gleichzeitig ist mit ca. 12% nur ein geringer Anteil der Mitarbeitenden mäßig an nachhaltiger Mobilität interessiert. Somit kann davon ausgegangen werden, dass beidseitig eine grundlegende Bereitschaft für einen Transformationsprozess in Richtung nachhaltiger Mobilität besteht.